Rezensionen

Dithmarscher Landeszeitung vom 2x.08.2006
Fulminante Blechbläserklänge aus vier Jahrhunderten
Die Kieler Gruppe „Blech im Quadrat“ brillierte im Rahmen der Petri-Musiken

Burg(lut) Mit der „Promenade“ aus den Mussorgskischen Bildern einer Ausstellung, bearbeitet für Blasinstrumente von Trompeter Sönke Hahnkamp begann ein genauso begeisterndes wie interessantes Konzert in der Petrikirche. Die 10 Kieler/Raisdorfer Laienmusiker – 4 Trompeten, Horn, Tuba und 4 Posaunen – fröhnten dabei hochprofessionell ihrem Hobby: der Blechbläsermusik. Hauptberuflich sind diese exzellenten Musiker und eine Musikerin Ingenieur, EDV-Berater, Ergotherapeutin, Chemiker, Arzt oder Pastor! „Blech im Quadrat“, das sind: 3,162277....etc. hoch zwei Blechbläser, schöpften ihre virtuosen Darbietungen aus vier Jahrhunderten Musikgeschichte. Posaune Sönke Sönnichsen führte mit selbst erstellten Erklärungen und Anekdoten zu den jeweiligen Stücken durch das umfangreiche Programm im Rahmen der diesjährigen Petri-Musiken. Einmal mehr war es Pastor i.R. Volkmar Weide gelungen, hochkarätige Musiker nach Burg in die Petrikirche zu holen. Natürlich handelte es sich bei vielen Stücken wie denen von Bach, Mozart oder Scott Joplin um spezielle Bearbeitungen für Blechinstrumente, für die teilweise Ensemble Mitglieder verantwortlich zeichneten. Durch den Einsatz diverser Schalldämpfer verbreiterten sich die klanglichen Ausgestaltungsmöglichen der 10 sichtlich gut aufgelegten Musiker. „Die fallenden Blätter“ von Enric Morera beispielsweise meinte man in ihrer klanglichen Umsetzung tatsächlich in das Kirchengewölbe fallen zu hören! Interessant auch Lothar Kneppers zeitgenössische Auftragskomposition für Blech im Quadrat „Fünf Bagatellen“: für ein Gastspiel in Amerika sollten die Stücke „volksliedhaft und leicht zu spielen sein!“ Letzteres stimme aber beileibe nicht – so Sönke Sönnichsen, wovon sich das Publikum, das ´seine´ Volklieder durchaus heraushören konnte, überzeugte und besonderen Applaus spendete! Das ebenfalls zeitgenössische Stück „Good Morning“ von Ulrich Nehls hätte man eigentlich umbenennen müssen; denn ein Blechbläser, der morgens gut gelaunt sei und schon früh einen tollen Ansatz für sein Instrument aufweise – das passe nicht! Die letzten beiden Stücke „Canciones Mexicana“ und „Songs of Spain“ von Isaac Albéniz entsprachen als Sommermusik dem Wunsch nach einem bundeseinheitlichen Sommer – nicht nur dem normalen norddeutschen Sommer am Dienstagnachmittag!
Ein gelungenes Konzert mit tollen Instrumentalisten, deren Liebe zu ihrem Spiel tiefer gehende Funken in die Ohren der Zuhörer schlug. Blech im Quadrat werden im Advent erneut in Burg sein und hoffentlich viel Publikum in den Genuss ihrer virtuosen Blechbläsermusik – Darbietungen bringen!

Hermann Luther

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Holsteinischer Courier vom 07.06.2005 (Lokalteil Neumünster)
"Blech mal Blech" mit jeder Menge Humor untermalt
Lübecker (Anm. BiQ: Raisdorfer) Ensemble gewann in der St. Maria - St. Vicelin neue Freunde

Phantastisch, diese Quadrat-Blechbläser aus Raisdorf. Mit ihrem schrillen, dann wieder harmonischen Sound gewannen die zehn Lübecker (Anm. BiQ: Raisdorfer) Musikanten von "Blech im Quadrat" mit ihren Posaunen und Trompeten, dem Horn und der Tuba schnell die Herzen der rund 70 Zuhörer in der Kirche St. Maria - St. Vicelin.
Und sogar an den mit Geist und Witz gewürzten Ansagen hatte das Publikum seinen Spaß. Von der Renaissance bis zur Moderne reichte das Programm, immer wieder erklangen Volkslieder und schlagerähnliche Passagen, aber in anspruchsvoller Fassung, vorgetragen mit komödiantenhafter Leichtigkeit und mit Einfühlungsvermögen. Im weiten Bogen der Kompositionen fanden sich "Hörerlebnisse" von Joseph Mouret (1682-1738), Giovanni Gabrieli (1557-1612), Serge Prokofieff, Enric Morera und Moritz Moszkowski (1894-1925). In den Kommentaren, den auflockernden Ansagen vor den Stücken, ging es mal um den wohligen Mittagsschlaf und kindliche Nervensägen, die geistigen Getränke norwegischer Seefahrer, das "Kneipen-Gelaber" mit dem besten Freund oder den Sommer, der sich hierzulande manchmal auf einen Dienstagnachmittag beschränkt. Am Schluss kommentierte Posaunist Sönke Sönnichsen die Blechfassung des nicht gerade urchristlichen Textes von "Dat du mien Leevsten büst" in Platt, den der "primus inter pares" des Quadrats, Sönke Hahnkamp, aber sehr elegant ins Hochdeutsche übersetzte. Das Ensemble spielt seit 1994 in dieser Besetzung und hat mehrere erfolgreiche Auslandsreisen hinter sich. Alle zehn Musiker sind Amateure. In ihrer Formation stehen sie zwar im Quadrat, aber der Name des Ensembles bedeutet einfach die Exponentialfunktion in der Blechbläserei, Blech mal Blech eben.
In der Kirche St. Maria - St. Vicelin kam das bestens an.

Walter Thoma

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Eckernförder Zeitung vom 14.12.2004
Blech im Quadrat" hatte Sonnabend zum weihnachtlichen Konzert in die St.-Nicolai-Kirche eingeladen, gekommen waren viele.
"Rudolph, the Reindeer" in der Kirche

Was macht Rudolph, das Rentier mit der glänzend roten Nase, in der Kirche? Sein weltbekanntes Weihnachtslied verführte ebenso wie ganz anders geartete Musikstücke aus vielen Jahrhunderten und aus vielen Ländern zu einer Stunde Ruhe. Dabei ist wohl eher an innere Ruhe, an Stille-Halten, an Zuhören und Sich-Finden gedacht. Denn "ruhig" waren die elf (Anm. BiQ: zehn) Bläser weiß Gott nicht. Voller Elan und mit spürbar viel eigener Freude bliesen sie, was das hochglanzpolierte Instrument hielt. "Nun singet und seid froh!" schmetterte es durch das Kirchenschiff. Mal spielten dabei die Horn-Instrumente, dann die Posaunen und Trompeten und schließlich im dritten Teil alle gemeinsam. Das war stark und wuchtig und voller Kraft, aber die Mauern von Jericho haben zunächst ja auch gehalten. "Schlaf, mein Kindlein", ein Schlummer- und Weihnachtslied aus Russland, kam dagegen ganz zart und gefühlig. Wie schön, dass Sönke Hahnkamp (Trompete) (Anm. BiQ: Sönke Sönnichsen, Posaune) zunächst noch einige Zeilen des Textes übersetzte: "... der Silbermond und die Schäfchen schauen dir beim Einschlafen zu". Aus Böhmen war das Lied "Die Engel und die Hirten" importiert, das klang so festlich und weihnachtlich, das rückte den Heiligen Abend schon in greifbare Nähe. Die Menschen im Kirchenschiff, allesamt Gäste der Bläsergruppe - denn der Eintritt war frei gewesen -, genossen sichtbar diese Stunde. Manchmal schwappten ein paar Töne vom Weihnachtsmarkt herein - na und. Weihnachtliche Vorfreude findet viele Ein- und Ausdrucksmöglichkeiten. Und im Zweifel waren die Zuhörer vor dem Altar stimmgewaltiger als jede CD draußen, als es nämlich auf Österreichisch hieß: "Auf, auf nun, ihr Hirten, nit schlaft mir so lang!" Mit Noten- und Textpapier in den Händen, begleitet von fünf (Anm. BiQ: vier) Trompeten, vier Posaunen, Horn und Tuba, gaben alle ihr Bestes und sangen aus vollem Herzen: "... schaut nur daher, wie funkelt das Sternlein je länger je mehr". ...

Sylvia Meisner-Zimmermann

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Eckernförder Zeitung vom 15.04.2003
Der norwegische Gospelchor "Strilagospel" überzeugte bei einem gemeinsamen Konzert mit der Blasgruppe "Blech im Quadrat" in Gettorf
Grenzenlose Musikfreundschaft

Zu einem ungewöhnlichen Konzert "Wenn Gospel auf Blech trifft - when Gospel meets Brass" hatten sich am Sonntagabend rund 30 Sänger und Sängerinnen aus Norwegen mit ihrer Instrumentalband sowie zehn Blechmusiker (Trompete, Horn, Tuba und Posaune) aus Raisdorf in Gettorf zusammengetan. Der norwegische Chor Strilagospel (Strila = volkstümlich) aus der Nähe von Bergen und die Gruppe "Blech im Quadrat" gaben ihr erstes gemeinsames Konzert. Auch die norwegischen Gäste sangen zum ersten Mal vor ausländischem Publikum. Und die, die gekommen waren, erlebten einen Gospelchor, der vornehmlich in englischer Sprache seine Interpretationen von so bekannten Titeln wie "Holy, Holy, Holy" oder "You' ll Never Find" vorstellten. Die Solistin Gillian Johnson war aufgrund einer Erkältung nicht in der Lage, das ganze Spektrum ihrer Stimme auszuschöpfen. Dennoch ließ ihre Stimme erahnen, welche Möglichkeiten sie hat, und so war es ein wenig schade, dass der angekündigte Titel "Summertime" von George Gershwin ausfallen musste. Die Skandinavier haben aber trotzdem das Publikum für sich gewonnen. Auch die Blechmusiker stellten unter Beweis, dass ihre Instrumente durchaus in der Lage sind, Musikstücke aus der Renaissance wie "Canzon Duodecimi Toni a 10" oder musikalische Suiten des norwegischen Komponisten Edvard Grieg modern vorzutragen. Insbesondere das Posaunensolo "I Dream Of Jeanie With The Light Brown Hair" von Stephen Foster oder "Battle Of Jericho" mit dem Schwerpunktbeginn bei der dritten Trompete gefielen den Zuhörern. Zu dem Gedanken eines gemeinsamen Konzertes war es durch eine Begegnung im Herbst 2000 gekommen. "Blech im Quadrat" spielte in der Kirche zu Sehestedt. Unter den Zuhörer befand sich damals der Leiter der Frekhaug Folkehögskule (Volkshochschule), Einar Nielsen. Aus diesem Städtchen Frekhaug von der Insel Holsnoy stammt der etwa 40-köpfige Chor, von dem knapp 30 Sänger und Sängerinnen angereist waren, und eine Instrumentalgruppe mit Schlagzeug, Gitarren, E-Klavier und Saxofon. Die Volkshochschule wiederum besitzt gute Kontakte zur St.-Nicolai-Gemeinde in Eckernförde. Hier fand auch am gestrigen Montag ein zweites Konzert statt. Geplant ist im Juni ein Gegenbesuch der Gruppe "Blech im Quadrat", um dann gemeinsam in Norwegen zu musizieren. Eine Mischung, die durch ihre Individualität gefällt und ein Gospelchor, der den Zuhörern ein ganz abwechslungsreiches Repertoire bietet, das ganz und gar nicht volkstümlich ist. Am Schluss des Konzertes sorgte der Applaus dafür, dass Blech und Chor eine gemeinsame und spontane Zugabe spielten, wobei die Blechmusiker ein norwegisches Volkslied anstimmten, ähnlich dem Schleswig-Holstein-Lied.



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Eckernförder Zeitung vom 19.12.2001
Wohlklang mit viel Blech

Weihnachtliche Bläsermusik lockte am Montagabend rund 90 Besucher in die Sankt-Nicolai-Kirche. Als Gäste konnte Kantorin Katja Kanowski zehn Musiker der Formation "Blech im Quadrat" begrüßen. Diese hatten ein vielseitiges Programm mitgebracht, in dem die Zuhörer eine abwechslungsreiche musikalische Reise durch eine Vielzahl von Sprachen, Ländern, Zeiten und Stilrichtungen erwartete. In jedem Fall sprang der Funke schnell über. Ob nun Choral, Suiten oder Weihnachtslieder, der beruhigende Klang der Bläser erfüllte die Gemäuer von Sankt Nicolai mit Wohlklang. Begeistert dankte das Publikum den aus Kiel und Raisdorf stammenden Musikern für ihre lebendig vorgetragenen Stücke. Dabei zeigten die Musiker eindrucksvoll ihre große Harmonie. Der Kern der Truppe mit vier Trompeten, vier Posaunen, einem Horn und einer Tuba spielt seit 1994 zusammen. "Da muss es auch menschlich gut passen", erklärte Sönke Hahnenkamp stellvertretend für alle.



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Kieler Nachrichten vom 10.10.2001
Blitzendes Messinggold

"Blech im Quadrat" in der Michaeliskirche
Mit Abbas Thank You For The Music verabschiedeten sich die zehn Bläser von "Blech im Quadrat" am Montag von einem Bravos austeilenden Publikum. Ein beziehungsreicher Titel, denn der eigenwillige Klangapparat aus purem Messing bedarf eines besonderen musikalischen Gespürs, um ihn, gleich ob in der Polyphonie des frühbarocken Gabrieli oder burlesk-ironisch zugespitzt wie in Meachems American Patrol, derart feinfühlig und farbenfroh einzusetzen und so zu vergolden. Wenn eine Tuba als schwerfällig gemütlich gilt und Trompeten als spitzzüngige Vordrängler, bedienen Blech im Quadrat diese angestammten Instrumentencharaktere, aber verstehen auch sie zu konterkarieren und dabei neue Sound-Qualitäten zu entwickeln. Zu Hilfe kommt ihnen dabei die ausgefeilte Instrumentierkunst der Arrangeure. Besonders deutlich wird das in einer cool angejazzten Variante der sonst süßlich schmachtenden Londonderry Air von John Iveson und in Daniel Guyots mit Bigband-Charme ebenso wie mit konzertanter Feinstruktur glänzenden Bearbeitung einer Suite aus Gershwins Porgy und Bess. Blech im Quadrat füllen das Notenmaterial mit fulminanter Brillanz und kecken Kapriziosen, schwingen sich auf zum monströsen "vollen Rohr" versammelter Messingschmetterer und üben sich zwei Takte später in innigsten Harmonieauslotungen, die unmittelbar das Gefühl rühren. Wunderbar geschmeidig etwas das Bachsche Choralvorspiel "Jesus bleibet meine Freude"; eine beinahe schon abgenutzte "Klassik-Perle" auf völlig neuen Glanz poliert.

Jörg Meyer

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Kieler Nachrichten vom 01.03.2000
Tosender Beifall und beachtliche Spenden

Gar so groß war das Publikum am Montag in der Dänischenhagener Kirche zwar nicht. Doch rund 50 Erwachsene und einige Kinder waren begeistert vom Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bestehen der evangelischen Kindertagesstätte. Das Ensemble "Blech im Quadrat" entführte sie auf eine interessante musikalische Reise durch die Zeit. "Von Bach bis Gershwin", unter diesem Motto begannen die zehn Laienmusiker mit der "Symphonie de Fanfares" von Joseph Mouret und endeten schließlich mit "Summertime" und "I got plenty o´ nuttin" bei George Gershwin. Das Bläser-Ensemble wurde 1992 gegründet um Benefizkonzerte für Kinder aus Tschernobyl auszurichten, die zu Besuch in Raisdorf waren. Inzwischen haben die Hobbymusiker Konzertreisen nach Kaliningrad, Uttoxeter in Großbritannien sowie nach Wisconsin und Minnesota in den USA hinter sich. Das eineinhalbstündige Benefizkonzert in Dänischenhagen honorierten die Zuhörer nicht nur mit tosendem Applaus sondern auch mit Spenden für den Kindergarten. "Wir waren positiv überrascht, wie viel zusammen gekommen ist", sagte Karin Simon, Leiterin der Tagesstätte. Doch das "Blech im Quadrat"-Konzert war nur der Auftakt zu einer ganzen Festwoche. Am heutigen Mittwoch, dem eigentlichen Jahrestag der Einrichtung, ist das Werftparktheater aus Kiel bei den kleinen Dänischenhagenern zu Gast. Am Sonnabend gibt es einen Tag der offenen Tür mit Flohmarkt und Basar.



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Kieler Nachrichten vom 02.01.1999
Krooger Frauenchor und Blech im Quadrat in der Petruskirche
Recht heiter gestimmt

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Blechbläser brillierten mit schönen Soli

Zwischendurch stießen die Blechbläser, unter denen Sönke Hahnkamp als erster, Benjamin Frenssen (Frenzke Anm. "BiQ") als dritter Trompeter, aber auch Heinz Engels als Hornist oder Andreas Kernbichler (Tuba) schöne Soli bliesen auf sehr positive Resonanz, nahmen sie doch mit ihren Arrangements German Brass oder London Brass zum Vorbild. Eine 1597 komponierte Canzona von Gabrieli wechselte ab mit Ravels verhaltener Pavane und mit spielsicherem jazzigen Zugriff auf Gershwins bekannte Soli aus Porgy und Bess (Summertime, I´ve got plenty of nothing, It ain´t necessary so). Ein echter Silvesterscherz, der natürlich nicht ernst zu nehmen war, war ein von Beethoven ausgehendes, recht artistisch verarbeitetes Medley klassischer Natur.
.....

Enno Neuendorf

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Kieler Nachrichten vom 24.06.1998
Kronshagen: "Blech im Quadrat"
Musikalischer Streifzug

Eine ansehnliche Schar von Zuhörern fand das sonntägliche Konzert der Blechbläserformation "Blech im Quadrat" in der Kronshagener Christuskirche. Wenn man mit Horn, Tuba, vier Trompeten und vier Posaunen einen Streifzug durch vier Jahrhunderte Musikgeschichte machen möchte, so ist man dabei natürlich auf Bearbeitungen angewiesen, wobei immer wieder verblüfft, wie ungemein geschickt die meist aus den Reihen prominenterer Blechbläserensembles heraus entstandenen Arrangements den ursprünglichen Charakter der Originale zu wahren wissen, gleichzeitig aber den klanglichen und spieltechnischen Besonderheiten einer reinen Blechformation Rechnung tragen. Ob nun in den Tänzen aus den Suites de symphonies Jean-Joseph Mourets, in Ausschnitten aus Henry Purcells Musik zum Trauerspiel Abdelazer oder auch in zwei Choralvorspielen J.S.Bachs - gerade ältere Musik scheint wie geschaffen für den warmen ausgeglichenen Mischklang des veredelten Blechs, und auch wenn bisweilen Intonationsschwebungen die Quadratbläser gegenüber den einschlägig bekannten Spitzenformationen des Genres auf die Plätze verweisen, so muss sich die klangfarbliche und dynamische Vielfalt der blechernen Quadratur doch keinesfalls vor den Profis verstecken. Doch auch bei Grieg und Bizet, erst recht aber in Stücken wie Sullivans Ouvertüre zu Mikado, einigen Songs aus Gershwins Porgy und Bess oder auch zwei Sätzen aus Jim Parkers Suite A Londoner in New York (übrigens die einzige Originalkomposition im Programm) scheint sich das Quadratblech hörbar wohl zu fühlen. Der Spaß, den man daran gefunden hat, sich ohne Überforderung zu fordern, überträgt sich jedenfalls ohne weiteres auch aufs Publikum, das so auch erst nach zwei Zugaben die Kühle der Kirche wieder verlassen wollte.

mtl

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Kieler Nachrichten Anfang Juli 1996
Nicht zuviel versprochen
Das Raisdorfer Ensemble "Blech im Quadrat" in der Krusendorfer Kirche

"Blechfreunde" kamen am Donnerstag abend in der Krusendorfer Dreifaltigkeitskirche auf ihre Kosten: Mit seinem Konzert nahm das Raisdorfer Ensemble "Blech im Quadrat" die 60 Zuhörer mit auf eine Reise durch 400 Jahre Musikgeschichte. Von Henry Purcell über Händel und Bizet bis zu zeitgenössischen Komponisten reichte das Programm. Blech im Quadrat - das ist eigentlich etwas tief gestapelt: Frönen in dem 1993 (1992 Anm. "BiQ") gegründeten Ensemble doch gleich zehn Herren ihrer Leidenschaft. Wobei ausschließlich Blechblasinstrumente "zugelassen" sind: So ist die Formation mit vier Trompeten, vier Posaunen, Horn und Tuba schon recht ungewöhnlich besetzt. Der ausgefallene Name verspricht nicht zuviel: Professionelle Arrangement, die das Ensemble als besondere Herausforderung sieht, und die Interpretation der aufeinander eingespielten Musiker genügen auch "gehobenen" Ansprüchen. Gründer Walter Schroedter erklärt das Erfolgsrezept: "Jede Bläserformation fängt als Quartett an. Für uns ist das Musizieren so schön, dass wir in Zehnerbesetzung spielen." Hohe Ansprüche stellt auch die Akustik der Kirche: Erschwert doch der Hall, der zwar den Klang der Blechblasinstrumente schön zur Entfaltung bringt, auch Intonation und Zusammenspiel. Doch auch hierfür haben die Musiker von "Blech im Quadrat" ein Rezept, dass Trompeter Sönke Hahnkamp verrät: "Aufeinander hören" - eine Herausforderung, die die Bläser mit ihrem ersten Konzert im Kreis Rendsburg-Eckernförde eindrucksvoll meisterten.

(gbr)